Gedanken über IT-Berichterstattung in Österreich

Zu diesem Eintrag hat mich eigentlich eine recht interessante Sichtweise von Martin Leyrer inspiriert. Und da ein Kommentar etwas zu lang ausfallen würde, schreibe ich meinen Senf dazu hier.

Martien schrieb:

Online schaut es aber auch nicht besser aus. Deutschsprachig sind, wenn man die FuZo und den Standard ausklammert eigentlich heise und Golem sowie Gulli relevanter als die div. Online-Portale der Zeitungen, etc. Und mit Blogs will ich gar nicht anfangen. Entweder handelt es sich um Web 2.0 verliebte, die jenseits des Browserfensters gar nichts mehr sehen, oder Plattform/Produktverliebte die außerhalb ihres Produktes nix kennen (wollen). Von den Propagandablogs, die von den Unternehmen betrieben werden, will ich gar nicht erst anfangen.

Ist das wirklich so schlimm? Wenn ich so richtig nachdenke, muss ich diese Frage leider positiv beantworten. Ich kenne wenige österreichische Blogs die diesen Schema widersprechen.

Wo allerdings, meiner bescheidener Meinung nach Martin irrt ist:

Aber was dagegen unternehmen? Soweit, dass man professionellen, maßgeblichen, gelesenen und werbefinanzierten Online-Journalismus in Österreich betreiben könnte, sind wir IMHO noch lange nicht. Das klappt ev. schon in den USA bei InfoWorld (und da bin ich schon gespannt, wie es in einem Jahr aussehen wird), aber in Österreich kann ich mir das derzeit noch nicht vorstellen. Meiner Erfahrung/Meinung nach sind sowohl die Leser, als auch die Werbetreibenden immer noch so im Print-Denken verhaftet, dass es rein online nicht klappen wird.

Ich hätte gerne gewusst, warum Martin der Meinung ist, dass es nicht klappen könnte. Ich kenne auch nicht englisch-sprachige Blogs die durchaus interessant sind, ja diese sind zwar auch nicht deutschsprachig aber finden sich sogar als Feed-Quellen auf einer Seite eines Verlegers oder sonstwo wieder. Also, wenn es wo anders funktioniert, warum auch nicht in Österreich?

Bezüglich Printmedien: ich hasse Printmedien, auch wenn ich lieber auf dem Papier als am Bildschirm lese, aber was die ICT Branche angeht lese ich lieber im Netz. Okey, ich bin kein Österreicher, nur einer in Österreich lebender…

Was ich allerdings schmerlzich vermisse ist mindestens eine Sammlung der IT-relevanten Blogs mit Österreichbezug. Vielleicht sollte man so was ins Leben rufen? Natürlich mit kritischen Bewertungssystem…

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1 comment so far

  1. martinleyrer on

    Warum es nicht klappen kann?

    Weil IMHO die Leserschaft in Östereich noch nicht so weit ist. Die meisten fangen mit RSS, und Co. immer noch nichts an. Und wenn Du die „Entscheidungsträger“ auch erreichen willst, brauchts Du Print — am besten im vierfarbdruck und Hochglanz.

    Und dann die Werbelandschaft. Hier zählen immer noch Klickraten und Hits (wie man am Design von standard.at, news.at, … schön erkennen kann. Die „modernen“ Methoden wie „Kundenqualität“, Kontext-sensitive Werbung, etc. wie sie etwa sevenload.de oder einige Häuser in den USA praktizieren, werden hierzulande nicht verstanden.

    Aber ich lass mich auch gerne eines Besseren belehren. 🙂


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