Panikmache über das Ende des Internets

Martin Leyrer verbreitet, in seinem letzten Blog-Beitrag, Panik. Dazu möchte ich meinen Senf beigeben.

Martin hat geschrieben:

„Hinterzimmer-Verhandlungen im Europäischen Paralemtn haben dazu geführt, dass eine neue „Drei Versuche und Du bist Draußen” Regelung im Rahmen eines neuen Telekom-Gesetztes verabschiedet werden soll. Diese Regelung würde dazu führen, dass die Internetprovider (Internet Service Provider, ISP) jeden vom Internet trennen müssten, der dreimal BESCHULDIGT (nicht (!) überführt) wurde, Urheberrechtsverletzungen über das Internet begangen zu haben.“

Zuerst möchte ich wissen woher diese Informationen, denn in dieser Woche sind keine EU-Parlament Sitzungen zum Thema geplant (hier die Tagesordnung)

Zweitens: worauf sollte diese ominöse Regelung abzielen? Wahrscheinlich auf den P2P verkehr. Und genau da mach ich mir keine Sorgen, denn Dienste wie Torrent lassen sich verschlüsseln, ergo es ist nicht mehr nachweisbar ob ich das Urheberrecht verletzt habe.

Drittens: ich halte es technisch für unmachbar (wie wollen die ISP zw. legalen und illegalen Content unterscheiden?)

Viertens: Das Gesetzt kommt nur am Papier, denn jeder ISP der das umsetzt schiesst sich selber ins Knie (die Kunden wandern ab).

Fünftes: RapidShare wird sich freuen…

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2 comments so far

  1. Martin Leyrer on

    1) Ich hab auch nirgends geschrieben, dass diese Woche eine Sitzung des europ. Parlaments stattfindet.

    Heute sind die Sitzungen von IMCO und ITRE dran.

    Wenn das Paper in diesen Sitzungen nicht scheitert, wird im September im Parlament abgestimmt. Und was dabei raus kommt, hat man ja schon bei der Vorratsdatenspeicherung gesehen.

    2) Warum implizierst Du, dass P2P gleichzusetzten ist mit der Verbreitung von Urheberrechtlich geschützten Daten? Vuze und Co. bieten über Bitorrent, udgl. durchaus auch „legale“ Inhalte an.
    Woraus schließt Du, dass es „nur“ um P2P Traffic geht? Es soll, wenn man sich die Unterlagen durchliest, Überwachungs- und Filtersoftware für den KOMPLETTEN Datenverkehr installiert werden. Also auch http, mail, ftp, ….
    Und wie man jetzt auch bei den Verhaftungen der Tierschützer gesehen hat: Wenn der Staat/die EU den Einsatz von Verschlüsselung gleichsetzt mit Verbrechern …

    3) Das ist ja der Clou! Du musst ja nicht mal wirklich Urheberrechtlich geschütztes Material verbreiten/herunterladen. Es reicht der bloße Verdacht.
    Vereinfacht gesagt. Lade Dir 3x vie Bittorrent eine Linux-Distri runter und Dein Internet-Zugang wird gesperrt.

    4) a) Wenn es im Gesetzt steht, muss es der ISP umsetzten, ansonsten kann/muss er zusperren. ISPs stehen nicht über dem Gesetz.
    Und wohin sollen die Kunden abwandern, wenn alle ISPs die Regelung umsetzten müssen?

    Ich sehe die Situation so schwarz.

    Gruß
    Martin

  2. Grzegorz Rumatowski on

    Wenn es sich um den gesamten Dateverkehr handeln dürfte, dann sehe ich auch schwarz, denn es würde bedeuten, dass ich schon verdechtigt werde, wenn ich eine E-Mail samt Anhang (was auch immer, Z.Bsp ein TAR-Archiv) bekomme. Als Abwehrmechanismus kann man allerdings den gesamten Datenverkehr verschlüsseln: und was dann?
    Bin ich potienziell verdächtigt wenn ich meine HTTP, FTP und was auch immer verschlüssle ? In Europa bist erst schuldig wenn es nachweissbar ist! Also wo keine Beweise dort auch keine Schuld.

    Ad 4: Sollte Dein negatives Szenario wirklich eintereten, wird kein Mensch die Dienste eines ISP in Anspruch nehmen: die Leute werden sich vom Netz trennen und Daten z.Bsp per physikalische Medien tauschen (hey, schick mir dein USB Stick mit Debian). Die Ubuntu CDs kannst ja um sonst Dir zuschicken lassen. Also züchten wir Brieftauben an, das hat in solchen Szenario Zukunft…


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